Persönlicher Lerntag – konzentriert an Lernzielen arbeiten

Warum nicht mal einen “persönlichen Lerntag” einlegen? Anders als in dem Artikel Lerntage im Unternehmen, hat mein WOL Circle eine Kleingruppen-Variante eines Learning Days ausprobiert. Alle Circle-Teilnehmer trafen sich letzte Woche zusammen virtuell für einen ganzen Tag, um an ihrem eigenen Lernziel intensiv weiter zu arbeiten.

Warum ein ganzer Lerntag?

Sowohl WOL und auch LernOS empfiehlt sich regelmäßig Zeit zum Lernen zu blocken. Dies kann z.B. eine Stunde pro Woche sein. Das mach auch vollkommen Sinn, damit man lebenslanges Lernen erreichen kann. Häufig gibt es dann aber – zumindest bei mir – etwas dringenderes und ich nutze die Zeit doch nicht komplett zum Lernen. Zudem muss man sich in sein Thema erst mal rein denken, und bis man sich Strukturiert hat ist ein Teil der Lernstunde schon verbraucht. Im Vergleich mit z.B. Präsenztrainings ist es deutlich schwieriger konzentriert beim Thema zu bleiben. Bei Präsenztrainings ist man komplett aus dem Arbeitsprozess herausgezogen und kann sich auf das Lernthema einstellen.

Möchte man jedoch wirklich etwas neues lernen, kann es sinnvoll sein hin und wieder – je nach verfügbarer Lernzeit oder ggf. in Abstimmung mit der Führungskraft – einen Lerntag einzulegen. Blockt euch – am besten gemeinsam mit interessierten Kollegen oder einem Lerncircle – einen kompletten Tag. Stellt euch auf diesem Tag auf Abwesend und richtet einen Abwesenheitsagenten ein – genauso wie ihr es für ein Lifetraining auch machen würdet. Wenn ein Tag zu viel ist könnt ihr auch erst mal mit einem halben Tag starten.

Ablauf eines persönlicher Lerntage

Trefft euch zum Start des Lerntages zu einem Check-In. Besprecht gemeinsam, wie ihr Ablenkungen vermeiden möchtet. Klärt aber auch wie ihr trotzdem in Kontakt bleiben könnt. Bei einem Seminar wären eure Handys sicherlich im Flugmodus und ihr hättet kein E-Mail- oder Chatprogramm offen.

Jeder sollte für sich selbst am Anfang einen groben Lernplan erstellen. Plant dafür eure Lerneinheiten grob in 30-60 Minuten Blocks. Vielleicht unterteilt ihr die Blöcke nach einzelnen Lernthemen oder Lernquellen, mit denen ihr euch auseinandersetzen wollt. Denkt daran auch genügend Puffer einzuplanen. In den Plan sollte rein, was ihr wirklich Lernen wollt und von hoher Relevanz ist. Idealerweise habt ihr vorbereitend schon mögliche Lernquellen gesammelt.

Teilt eure Lernvorhaben am Anfang miteinander. Zum einen könnt ihr euch dazu Feedback geben – wenn ihr euch zum Beispiel zu viel vorgenommen habt. Zum anderen könnt ihr dadurch auch ein höheres Commitment erreichen. Stellt sicher, dass ihr nach jedem 30-60 Minuten Blocks eine 5-10 Minuten Pause einplant, und einer längeren Pause alle 2 Stunden. Wenn ihr möchtet könnt ihr auch die Pomodoro Technik anwenden.

Nutzt die Pausen aktiv zum Erholen, und nicht um z.B. E-Mails zu checken. Macht zum Beispiel eine Achtsamkeitsübung oder geht kurz spazieren. Euer Gehirn braucht bei längeren Lernphasen diese regelmäßigen Pausen.

Trefft euch mindestens zum Abschluss nochmal um einen kurzen Austausch. Teilt eure Erfahrungen und macht vielleicht eine kurze Retro – was ihr als Gruppe oder als Person nächstes Mal anders machen würdet. Vielleicht verabredet ihr euch auch gleich für den nächsten Personal Learning Day.

Erwartete Vorteile

Durch das Blocken eines gesamten Tages kann mehr Zeit für das Lernen genutzt werden. Es wird Zeitverlust durch ständige Aufgabenwechsel vermieden. Wenn Ihr an dem Tag doch mal zwischendurch etwas anderes gemacht habt, hattet ihr trotzdem noch genügend Zeit euch mit dem Lernen zu beschäftigen.

Zusätzlich erzeugen die soziale Aspekte einer Lerngruppe an dem Lerntag einen gewissen sozialen Druck. Dadurch wird es schwieriger an dem Tag nicht zu Lernen.

Vielleicht probiert ihr demnächst ja auch einen persönlichen Lerntag mit eurem LernOS oder WOL Circle aus? Ich bin gespannt von euren Erfahrungen zu hören.

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