LX067 KI als Trainingsassistenz: Einsatz von Künstliche Intelligenz für Trainer

Was verändert sich für Trainerinnen und Trainer, wenn sie KI als konkretes Werkzeug in der Vorbereitung, live im Seminar, und in der Nachbereitung nutzen?

Gemeinsam mit Simone Engelhard und Simon Qualmann von der Lernglust spreche ich in dieser Folge über den Einsatz von KI im Trainingsumfeld. Die beiden haben sich das Thema aber nicht nur in der Praxis erarbeitet, sondern auch zu Papier gebracht: In ihrem Buch „Seminare, Workshops und Meetings mit KI unterstützen„.

Warum ein Buch über KI?

Die Idee kam nach Simones Master-Thesis zu KI im Corporate Learning auf. Die Kernfrage: Kann KI nicht nur schnell Lernziele formulieren, sondern qualitativ sinnvolle Lerninhalte mitgestalten?

Das Buch richtet sich bewusst nicht an Technik-Enthusiasten, sondern an Menschen, die mit Gruppen arbeiten und wissen wollen, wo KI wirklich hilft und wo man lieber selbst Hand anlegt. Den schnelllebigen Teil, aktuelle Tools und Anwendungsfälle, haben die Autoren bewusst in digitale Zusatzmaterialien ausgelagert, damit das Buch selbst länger relevant bleibt.

„Es war nicht der Gedanke, uns wegzurationalisieren, sondern zu fragen, welche Möglichkeiten passen zu meinen Skills, zu meinen Themen.“

Sechs Rollen – ein Modell für den ganzen Trainingsprozess

Ein Baustein des Buches ist ein Rollenmodell, das KI entlang des Trainingsprozesses verortet: Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung.

Beispiele sind:

  • Der Prozessunterstützer bei der Vorbereitung:
    Er hilft dabei, Zielgruppen besser zu verstehen.
  • Der Kreativmotor bei der Vorbereitung: Ein Trick:
    Nicht einfach „du bist ein kreativer Content Writer“ als Prompt nutzen, sondern die KI in eine konkrete Person innerhalb der Zielgruppe versetzen. Ein Handwerker, der eine kreative Lösung sucht, liefert ganz andere Ideen als ein generischer „Kreativexperte“.
  • Der Moderationsmanager & Interaktionsimpuls während der Durchführung:
    Dabei ist die KI nicht als Hauptdarstellerin, sondern als Methode im Einsatz. So kann sie zum Beispiel in Vorstellungsrunden Gruppen helfen sich selbst und ihrer Erwartungen besser vorzustellen.
  • Reflektionsanalyst bei der Nachbereitung:
    Dabei bewusst die KI auch als Kritiker nutzen!

Welche Fähigkeiten brauchen Trainer morgen?

  • Didaktisches Grundwissen bleibt unverzichtbar. Es geht nicht darum, jedes Detail zu beherrschen, sondern einschätzen zu können, ob das, was KI ausspuckt, didaktisch Sinn ergibt.
  • Situative Reaktionsfähigkeit ist weiterhin notwendig. Die KI kann schließlich nicht helfen, wenn etwas in der Gruppe eskaliert oder ins Stocken gerät.
  • Vermittlerkompetenz wird sogar noch wichtiger. Die Welt wird diverser, kontroverser, komplexer. Dafür braucht es Menschen, die Räume halten können.

Und wenn ich gar nicht mitgehen will beim KI-Trend?

Jedem Trend wohnt ein Gegentrend inne. Auszubildende z.B. freuen sich über haptische Aufgaben ohne KI-Beteiligung. Digital Detox hat seine Berechtigung.

Fazit

KI ist kein Ersatz für gutes Training. Es ist aber ein ernstzunehmendes Arbeitsmittel, das man bewusst einsetzen kann und sollte. Der Unterschied liegt nicht im Tool, sondern in der Frage dahinter:
Was will ich eigentlich?
Wer das nicht weiß, wird mit KI genauso wenig weiterkommen wie ohne.

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  2. KI in Arbeitsteams gefährdet den Teamzusammenhalt
  3. KI-Akzeptanzkultur ist die neue Lernkultur.

Diese Fragen diskutieren wir ebenfalls uns gehen der Frage nach, was das für Corporate Learning, Teamarbeit und Lernkultur bedeutet. Was müssen wir hier als Organisationen unterstützen, wo müssen wir gegensteuern?

„Es wird sich eine Menge ändern, aber – wie bei jeder neuen Technologie – teilweise zum Positiven und teilweise zum Negativen.“

Während der Diskussion der Thesen gehen wir unter anderem auch auf Themen ein wie:

  • Deep vs. shallow Learning: Wann KI Lernen unterstützt und wann sie es untergräbt
  • Performance Support vs. Development Support: Zwei völlig unterschiedliche KI-Rollen im Lernprozess
  • Einfluss auf Wissensfluss und Wertschätzung durch den Einsatz von KI im Team
  • Weniger Junior-Positionen und welche Probleme daraus entstehen

Klar ist:

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Wie wollen wir den bewussten Umgang mit der KI gestalten?

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  • Das Buch „Learning Circles“ von Nele Graf und Ursula Liebhart bietet einen guten Einstige in das Feld der Learning Circles. Neben einem tiefen Einblick in das Format selbst gibt es zahlreiche Praxisbeispiele aus Unternehmen. Ein Praxisbeispiel ist die von mir auf der Messe vorgestellte Prompt Engineering Learning Journey. Jochen Robes hat dazu auf LinkedIn ein ausführliches Review geschrieben.
  • LernXP Podcastfolge Learning Circles in der Praxis – Reverse Podcast. In dieser Folge wurde ich von Christina Junkes interviewt, und wir haben uns über verschiedene Erfolgsfaktoren von Learning Circles ausgetauscht
  • Unter lernOS gibt es verschiedene, frei verfügbare Lernzirkel-Leitfäden. Die Leitfäden sind unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz (CC BY) veröffentlicht. Daher können sie unter Nennung der Originalquellen/-autoren an eigene Bedürfnisse angepasst werden.
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