Nicht: Wie macht die KI uns schneller? Sondern: Wie macht sie uns besser?
Wenn KI formuliert, zusammenfasst, analysiert und Entscheidungen vorbereitet: Welche Fähigkeiten wollen wir dann noch selbst behalten?
Gemeinsam mit Anne Koch und Wilma Hartenfels von Twins for Change spreche ich in dieser Podcastfolge darüber, wann KI sinnvoll ist und wann nicht. Denn eine Herausforderung gibt es, viele schauen bei KI-Upskillings darauf, wie Tools zu verwenden sind, die Reflexion kommt jedoch meist zu kurz.
Worüber wir sprechen
- Reflexion statt Tool-Training: Upskillings schulen Prompting, Custom GPTs oder andere KI Features. Die Frage, was wir damit erreichen wollen, kommt aber meist zu kurz.
- Cognitive Offloading: Früher haben wir Wissen und Navigation ausgelagert. Heute geben wir Formulieren, Analysieren und Entscheiden ab. Was davon wollen wir behalten?
- Kernkompetenzen: Wie nutzen wir KI, um zu stärken, was uns ausmacht? Und welcher Kompetenzverlust ist vielleicht auch in Ordnung?
- Stärken statt Schwächen: KI kann Schwächen auffangen, die nie zu deinen Kernthemen werden, und Stärken weiter ausbauen.
- Kritisches Denken: Wer Ergebnisse beurteilen will, muss das Thema selbst verstehen. Als Kritiker musst du erst Experte gewesen sein.
- Verantwortung: Sie bleibt beim Menschen. Denn die KI kann selbst dann halluzinieren, wenn zuvor alle Informationen zur Verfügung gestellt worden sind.
- Lernen: Ohne kognitive Anstrengung kein Lernen, es entsteht nur die Illusion, etwas gelernt zu haben.
- Individuelles Lernen: KI holt Lernende dort ab, wo sie stehen, etwa im Rollenspiel für das Feedbackgespräch der nächsten Woche. So kann sie auch als Performance-Support System fungieren,
- Kreativpartner: Neue Perspektiven in der Ideenfindung, bis hin zu Pippi Langstrumpf.
- Transfercoach: KI kann nach dem Training begleiten, wenn der Alltag beginnt und der Workshop längst vorbei ist.
- Lernkultur: Selbstgesteuertes Lernen funktioniert nur mit Lernkompetenz und vorhandener Lernzeit.
- Wo KI draußen bleibt: z.B. beim bei Austausch, Vernetzung und in emotionalen, vertraulichen Momenten. Synchrone Formate sind kein Auslaufmodell.
Fazit
Erst selbst denken, dann die KI dazuholen. Und vor jedem Einsatz fragen: Unterstützt das mein Lernziel oder unterbindet es dieses? Wer Lernräume gestaltet, muss sich auch Gedanken dazu machen, wie er Menschen mitnimmt, die KI skeptisch gegenüber stehen, und einen Plan B ohne KI bereit halten.
Links
Erwähnte Ressourcen:
- Podcast: Future Skills by Twins for Change von Anne Koch und Wilma Hartenfels
- Future Skills Alliance
- Buch: How People Learn: A New Model of Learning and Cognition von Nick Shackleton-Jones (Learning Elimination, Rolle von Emotionen)
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